Mein Abenteuer begann am 1. September, als ich mich morgens um 9 Uhr von meiner Familie am Bahnhof in Kiel verabschiedete und in den Zug nach Frankfurt stieg. In Frankfurt am Flughafen angekommen, habe ich dann alle meine 20 Mitfreiwilligen sowie unsere Projektleiter getroffen. Es gab noch ein paar gute Worte für das uns bevorstehende Jahr von Seiten unserer Projektleiter und dann waren wir auch schon bereit für den ersten Flug nach Paris. Aufgrund technischer Probleme verzögerte sich unser Abflug allerdings noch um ca. 2 Stunden, was zufolge hatte, dass unser Anschlussflug schon abgeflogen war, als wir endlich in Paris ankamen. Wir wurden in eine andere Halle geführt, wo wir Frisbey-spielend auf die nächsten Schritte gewartet haben. Schließlich wurden wir dann ins Hotel gefahren und nach einer recht kurzen Nacht, aber einem ausgiebigen französischen Frühstück, stiegen wir endlich in den Flieger nach Peking. Der Flug dauerte 10 Stunden, welche ich mit Filme gucken, Musik hören und Gesprächen mit dem Steward auf französisch verbracht habe, aber kein Auge zubekommen habe. Um 6:20 Uhr Ortszeit sind wir schließlich in Beijing gelandet (inzwischen war schon der 3. September) und mussten dann noch sechs lange Stunden am Flughafen warten, bis wir weiter nach Kunming, der Hauptstadt von Yunnan, fliegen konnten. Diese Zeit habe ich hauptsächlich mit schlafen auf dem sehr unbequemen Boden des Flughafens verbracht.

Der Flug nach Kunming war aufgrund vieler Turbulenzen ebenfalls sehr unbequem und ich war froh, als wir nach drei Stunden ankamen und nur noch einen letzten Flug vor uns hatten. Der Flug nach Pu’er hatte allerdings auch Verspätung, da wir aufgrund eines Unwetters nicht starten konnten, und so kamen wir schließlich völlig fertig abends gegen 19 Uhr in Pu’er an, wo wir von ein paar Freiwilligen der letzten Generation sowie unseren Linkteachern und Schulleitern oder Vize-Schulleitern in Empfang genommen wurden. Anstatt aber sofort ins Bett zu fallen, gab es erst noch ein Essen auf chinesische Art, was mich sehr überforderte. Wir saßen in einem kleinen Restaurant (es sah eher aus wie eine Garage) an einem runden Tisch mit einer drehbaren Platte in der Mitte auf kleinen Hockern. Jeder hatte eine Schüssel mit Reis und in der Mitte standen viele Schüsseln mit verschiedenen Gerichten, von denen sich jeder das, was er wollte, in seine eigene Schüssel füllen konnte. Andauernd wurde mir von den Chinesen Essen in meine Schüssel gefüllt und nein zu sagen, wäre unhöflich gewesen. Inzwischen weiß ich, dass es in China höflich ist, den Gästen Essen in die Schüssel zu füllen, es aber vollkommen okay ist, wenn man Essen in der Schüssel übrig lässt. Noch eine Sache, die ich damals sehr ungewohnt fand und teilweise immer noch komisch finde: Müll und Essensreste, wie z.B. Knochen, werden einfach auf den Boden geschmissen. Ich wusste nicht genau, was ich da aß, so gut wie alles war mir vollkommen fremd und manches sehr scharf. Aber ich hatte sowieso nicht so viel Hunger, sondern wollte einfach nur ins Bett. Daraus wurde aber erstmal noch nichts, denn wir hatten erst noch ein Meeting im Hotel, bei dem viele wichtige Leute viele wichtige Dinge sagten (auf Chinesisch, aber ein Übersetzer hat auf Englisch übersetzt) und wir Freiwilligen alle einzeln vorgestellt wurden. Wir mussten noch einen Vertrag unterschreiben, aber dann konnten wir endlich im Hotel schlafen.
Am nächsten Morgen haben unser Linkteacher und unser Vize-Schulleiter Leoline (meine Mitfreiwillige) und mich abgeholt und wir sind nach Yongping gefahren. Ich war so gespannt auf die Stadt und die Schule, in der wir ein Jahr lang leben und arbeiten würden. Die Aussicht während der Fahrt war atemberaubend schön. Hier gibt es so viele Berge, alle grün bewachsen mit vielen verschiedenen Bäumen und anderen Pflanzen. Das bin ich als Kind aus dem Norden ja gar nicht gewohnt. Angekommen an unserer Schule tranken wir noch einen Becher Tee mit dem Schulleiter, bevor wir endlich in unsere Wohnung geführt wurden. Auf dem Weg sind wir einigen Schülern begegnet und sie haben uns angeguckt, als seien wir Aliens. Was wir genau genommen auch sind (Englisch: alien = Ausländer). Die Leute hier haben noch nie zuvor Ausländer gesehen, weshalb wir eine große Attraktion sind. Das kann sich entweder so äußern, dass die Leute uns hinterherrufen und Fotos von uns machen oder aber, dass sie vor uns weglaufen… Diese Reaktionen sind sehr gewöhnungsbedürftig, aber das ist so manch anderes hier ja auch.

Ich habe mich hier inzwischen schon sehr gut eingelebt und bin sehr froh, mich für Baumhaus in China entschieden zu haben.

Es tut mir leid, dass ich erst jetzt berichte, aber ich hatte vorher einfach noch keine Gelegenheit dazu. Ich werde mir Mühe geben, in Zukunft öfter mal über meine Erlebnisse zu berichten. An dieser Stelle möchte ich noch kurz Werbung für meine Galerie machen. In dieser ist schon deutlich mehr passiert, als hier auf meinem Blog. Wenn du meine Galerie anschauen willst, schreib mir einfach eine Mail an info@kungfufranka.de und ich werde dich dann hinzufügen.

Soweit erstmal für heute,

viele Grüße aus dem hochsommerlichen Yongping